Lancierung der Pflegeinitiative

Am 17. Mai hat der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK eine Volksinitiative lanciert. Die Pflege steht unter Druck. Personal und Finanzen sind knapp. Wenn sich nichts ändert, werden in naher Zukunft ausgebildete Pflegefachpersonen fehlen. Mit einem JA zur Volksinitiative für eine starke Pflege stellen Sie die Pflegeversorgung langfristig sicher.

Mehr Informationen und die Unterschriftformulare sind hier auffindbar.

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Hier noch meinen Beitrag an der Medienkonferenz:

Sehr geehrte Medienschaffende

Es ist fast genau ein Jahr her, dass die Gesundheitskommission des Nationalrats eine weitreichende Entscheidung gefällt hat. Sie ist der eigentliche Grund dafür, dass wir heute hier sind. Lassen Sie mich zurückblicken:

Es war einmal eine parlamentarische Initiative, die verlangte, dass Pflegefachpersonen mehr Autonomie erhalten sollen. Es sollte möglich gemacht werden, dass bestimmte, typisch pflegerische Leistungen auch dann von den Krankenkassen bezahlt werden, wenn nicht ein Arzt oder eine Ärztin diese Leistung per Unterschrift verordnet hat.

Ich hatte mich stark für diese parlamentarische Initiative eingesetzt. Denn es war ein guter Vorschlag und ich war davon überzeugt, dass sie ein richtiger Schritt gewesen wäre: Hin zu einem Gesundheitssystem, das tragfähige integrierte Versorgungsmodelle ermöglicht, in denen alle Fachpersonen entsprechend ihren Kompetenzen ihre Aufgaben erbringen können und in denen eine echte interprofessionelle Zusammenarbeit stattfindet. Ein Gesundheitssystem, das eine qualitativ gute Versorgung für alle sicherstellen kann.

Am 25. Januar 2016 jedoch verschlechterte die Kommission in neuer Zusammensetzung den erarbeiteten Vorschlag. Zum einen sollte das Gesetz auf sechs Jahre befristet werden und zweitens sollte es den Krankenkassen freigestellt werden, mit welchen Pflegefachpersonen sie einen Vertrag abschliessen und mit welchen nicht.

Dies führte dazu, dass auf dem Buckel der Pflegenden eine Grundsatzdiskussion um die Aufhebung des Vertragszwanges lanciert wurde. Aus diesem Grund mussten wir als Partei am 27. April des letzten Jahres eine schmerzhafte Entscheidung fällen und im Nationalrat gegen das Eintreten auf die parlamentarische Initiative stimmen. Sie können mir glauben, dass uns das nicht leicht gefallen ist!

Aber: Für mich war immer klar, dass sich etwas ändern muss. Ich bin nicht nur Politikerin, sondern auch Ärztin. Ich weiss, dass die Pflege eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung ist. Aber diese Säule ist am Bröckeln: Zu wenig junge Leute ergreifen einen Beruf im Bereich der Pflege. Das muss uns zu denken geben! Denn diese Lücke wird uns alle betreffen, als Angehörige, als Partnerinnen, als Mütter und Väter und nicht zuletzt als zukünftige Patientinnen. Wir müssen alles dafür tun, damit die Pflegeberufe attraktive Berufe sind.

Wir müssen dafür sorgen, dass junge Leute zum Beispiel als Fachpersonen Gesundheit in diesen Bereich einsteigen, aber dass es sich für sie auch lohnt, weiterzumachen und die Diplomausbildung zur Pflegefachperson zu absolvieren. Und nicht zuletzt müssen die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung, die Wertschätzung, die Karrieremöglichkeiten und die Autonomie stimmen, damit die ausgebildeten Fachpersonen lange im Beruf bleiben.

Auf parlamentarischem Weg fanden wir keine Mehrheiten für unsere Anliegen. Deshalb brauchen wir die Unterstützung der Bevölkerung, damit die pflegerische Versorgung der Zukunft sichergestellt werden kann. Wir brauchen eine sichere und qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung, die den Beitrag aller beteiligten Fachpersonen optimal nutzen kann.

Nur so wird es uns gelingen, eine qualitativ gute, integrierte Versorgung zu erreichen. Die Pflegeinitiative ist der richtige Weg für eine tragfähige Gesundheitsversorgung für alle, jetzt und in Zukunft.

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