L’eau en crise – Journée annuelle Aide humanitaire et CSA

L’eau en crise – Journée annuelle Aide humanitaire et CSA
L’eau en crise – Journée annuelle Aide humanitaire et CSA

Aujourd’hui, j’ai eu l’honneur de prendre la parole à la conférence annuelle sur l’aide humanitaire et la coopération au développement du ministère des Affaires étrangères. Le thème était « L’eau en crise ». Vous trouverez plus d’informations ici et mon discours ci-dessous, bonne lecture !

Gentile signore egregi signori,

Egregio ambasciatore sig. Bessler,

Colleghi e colleghe consiglieri nazionali e al consiglio degli Stati,

 

Wir haben es gehört: Der letzte Sommer war der viertheissteste in der Schweizer Geschichte. In wenigen Jahren hat die Schweiz ihre drei heissesten Sommer seit Messbeginn im Jahr 1864 erfahren. Gerade als Tessinerin bleibt mir das in deutlicher Erinnerung. Regenmangel und grosse Hitze lösten Waldbrände im Tessin aus, die die Menschen gefährlich bedrohten. Der Begriff «Tessin – Sonnenterrasse der Schweiz» kann in solch einem Moment nicht ironischer sein. Der Begriff «Schweiz – Wasserschloss Europas» ebenso.

Letztes Jahr hat man gesehen: Auch dem Wasserschloss Schweiz könnte sein Wasser ausgehen. Die Rheinschifffahrt musste zum ersten Mal eingestellt werden, schlicht und einfach, weil im Rhein nicht mehr genügend Wasser war. Dies wiederum hat zu Knappheit der Treibstoffversorgung in der Schweiz geführt und die Schweiz musste ihre strategischen Treibstoffreserven anbrauchen. Natürlich, Wasser zum Trinken, Duschen, Schwimmen blieb uns nach wie vor genug. Die Landwirtschaft beispielsweise, der Schiffverkehr oder die Tessiner Wälder hingegen haben die Wasserknappheit deutlich zu spüren bekommen.

Dass plötzlich nichts mehr aus Wasserhähnen tropfen könnte, das ist kein unrealistisches Szenario. Schauen Sie sich die Touristenmetropole Kapstadt in Südafrika an. Letzten April drohte aufgrund wiederholter regenarmer Perioden der Metropole im südlichen Afrika das Wasser auszugehen. Den Tag, an dem aus den Wasserhähnen nichts mehr geflossen wäre – den Tag Zero – konnte Kapstadt gerade noch abwenden.

Doch zuvor herrschte lange Zeit Bangen und Panik. Die Regierung verhängte Richtlinien: Menschen, die ihre Autos reinigten oder ihre Gärten bewässerten, machten sich auf einmal strafbar. Die Bevölkerung Kapstadts war angehalten, beim Duschen oder Wäschewaschen das Wasser aufzufangen und es fürs Toilettenspülen zu benutzen. Sie sollten nicht mehr als die von der Weltgesundheitsorganisation als Mindestrichtwert für Verpflegung und Körperhygiene festgelegten 50 Liter pro Tag und pro Person verbrauchen. Kurz und gut: sie sollten ihren Wasserverbrauch auf ein Viertel dessen, was sie sich gewohnt waren, reduzieren. Hamsterkäufe waren die Konsequenz: Die Lebensmittelgeschäfte in der ganzen Stadt hatten innert weniger Tage keine einzige Wasserflasche mehr in den Regalen stehen.

Se dovessi fare una scorta di bottiglie d’acqua in Svizzera per cosiddetto il Giorno Zero e riempire la mia cantina di circa 20 m2 con bottiglie d’acqua, allora saprei che per me, i miei due figli e mio marito, la fornitura durerebbe solamente 40 giorni. Perché, come a Città del Capo, anche in Svizzera siamo abituati a un consumo abbondante di acqua. Nel nostro paese, una persona utilizza mediamente 162 litri d’acqua al giorno.

L’acqua è un bene che noi consideriamo ovvio, quasi scontato. Il fatto che l’acqua possa essere così ovvia per noi è dovuto anche al fatto che la Svizzera dispone di una lunga e comprovata esperienza nella depurazione e distribuzione dell’acqua – una competenza nel settore idrico in generale.

I cambiamenti climatici che colpiscono il nord come il sud del mondo mostrano in maniera ancora più evidente come questo bene sia tutt’altro che ovvio e vada preservato. Il carattere e le conseguenze sempre più globali delle crisi- pensiamo ai fenomeni migratori- interessano il sud come il nord del mondo, i paesi in via di sviluppo come quelli cosiddetti “sviluppati”.

Diese Expertise in die Dienste der Schweizer Bevölkerung zu stellen, ist naheliegend. Diese Expertise ins Ausland zu exportieren, ist ebenfalls ein Interesse der Schweiz und stärkt unsere global anerkannte Innovationskraft. Diese Expertise für die humanitäre Sache einzusetzen, das ist nicht nur ein Interesse, sondern ein humanitärer Imperativ. Es ist Ausdruck gelebter Tradition, der humanitären Tradition der Schweiz. Sei das bei der grossen Flut in Sachsen, Deutschland, vor 16 Jahren, sei das nach dem Erdbeben in Indonesien letztes Jahr oder im Flüchtlingscamp Cox’s Bazar in Bangladesch dieses Jahr.

Humanitäre Tradition, das ist also Engagement auf der Basis ausgewiesener Kompetenzen. Wasser ist wohl das beste Beispiel dafür, wie die Schweiz heute auf moderne Weise ihre humanitäre Tradition weiterlebt. Es ist in unserem Interesse als Schweiz, dieser Tradition Sorge zu tragen.

Nichts verkörpert das Bild der humanitären Schweiz besser als das Schweizerische Korps für Humanitäre Hilfe – das SKH. Ich als Vertreterin eines Milizsystems in der Politik habe besondere Sympathie für das humanitäre Milizsystem des SKH, dass den Bürgern und Bürgerinnen ermöglicht, den Bedürftigen zu helfen. Ich begrüsse es, dass 700 Freiwillige aus der ganzen Schweiz für humanitäre Notfälle oder als Expertinnen und Experten zu humanitären Organisationen in die ganze Welt entsandt werden – im Namen der Schweiz und in Solidarität mit denen in Not.

Kurz: Das SKH steht für eine Schweiz, die nicht einfach zuschaut, sondern eine Schweiz, die agiert. Dafür stehen Sie, liebe Mitglieder des SKH hier im Saal.

 

Mesdames et messieurs,

En tant que médicin et politicienne je m’engage pour celles et ceux qui mènent une vie dure. Lorsque j’ai pris les fonctions de Présidente du Conseil national – la plus haute fonction en Suisse – je me suis promis une chose : donner ma voix aux personnes que l’on n’entend pas souvent : les femmes, les minorités linguistiques et culturelles ainsi que les plus faibles.

Vous, les membres du Corps suisse d’aide humanitaire (CSA), vous venez en aide à des gens dans la détresse ; des personnes qui ne trouvent pas d’écoute et qui sont privées de dignité. Vous mettez ces individus au cœur de votre engagement.

Et cet engagement me rend fière de l’action humanitaire de la Suisse.

 

Je suis fière qu’aujourd’hui, dans le désert éthiopien, une bernoise travaille ensemble avec des spécialistes éthiopiens pour trouver de l’eau souterraine afin de soulager les souffrances des populations affectées par la sécheresse. Je suis fière, qu’aujourd’hui un médecin tessinois se consacre à l’amélioration des conditions d’hygiène pour les réfugiés Royingyas à Cox’s Bazar au Bangladesh. Je suis fière, qu’aujourd’hui une hydrogéologue saint-galloise et ses collègues du CSA soutiennent les personnes affectées par le cyclone Idai au Mozambique. Dans 10 jours , je visiterai ce pays dans le cadre de ma visite officielle comme Présidente du Conseil national. Je me réjouis de voir ce que les équipes suisses ont réalisé sur place.

L’eau est souvent associée à la pureté. Pourtant, les thèmes autour de l’eau évoquent aussi des aspects tabous de notre société, aussi bien en Suisse qu’à l’étranger. Des tabous sur lesquels nous faisons volontiers l’impasse. Les tabous dont nous ne voulons pas connaître les détails.

Ces tabous ne devraient pas être relégués au second plan. Car il peut s’agir de questions de vie ou de mort. C’est pourquoi, il est d’autant plus important que l’Aide humanitaire ne ferme pas les yeux sur ces tabous et qu’elle les aborde.

 

Lassen Sie mich konkret sein: Es kann nicht sein, dass jeden Monat Mädchen und Frauen während ihrer Periode fünf Tage lang nicht zur Schule oder Arbeit gehen, nur weil die Hygienebedingungen auf den Toiletten so misslich sind. Mädchen verpassen so wichtigen Schulstoff. Bei Frauen schlagen sich die fehlenden Arbeitstage in geringeren Einkommen nieder.

Es kann auch nicht sein, dass ohnehin unterernährte Frauen auf der Flucht und in Flüchtlingslagern noch weniger essen und trinken, um sich nachts nicht auf den gefährlichen Weg zur Toilette machen zu müssen.

Als Ärztin und als Politikerin berührt mich das und ich bin somit von der wichtigen Arbeit der humanitären Schweiz überzeugt. Als Politikerin setze ich mich dafür ein, dass das Engagement der humanitären Schweiz, dass Ihr Engagement, meine Damen und Herren, einen prominenten Platz auf dem Parkett der Nationalpolitik findet. Sie als humanitäre Expertinnen und Experten setzten sich im Namen der Schweiz dafür ein, dass weltweit Leben gerettet und leiden gelindert werden. Dafür danke ich Ihnen.

Laisser un commentaire

Votre adresse de messagerie ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *